Dominik Quambusch (34) ist einer von vier Gründern der Online-Plattform AlpacaCamping, die Wohnmobil- und Caravan-Stellplätze im Grünen vermittelt. Das Angebot umfasst aktuell über 4000 legale Alternativen zum Wildcampen.
Dominik, wie bist Du zum Camping gekommen?
Es fing 2018 mit einem alten VW T3 Westfalia an. Inspiriert haben mich die Fotos von Freunden auf Instagram. Das Bild, das sich im Kopf abspeichert, ist mit viel Grün, Freiheit, Spontaneität und der Nähe zur Natur verbunden. Als ich dann zum ersten Mal mit dem T3 losfuhr, wurde ich von der Realität eingeholt: Campingplätze, die man Monate im Voraus buchen muss oder kommunale Wohnmobil-Stellplätze, die nichts anderes sind als Parkplätze. Ich verstehe nicht, was das mit Camping zu tun hat – außer dass man in seinem Fahrzeug schläft.
Was war der Urknall-Moment, der zur Gründung von Alpaca geführt hat?
Der Moment kam, als ich mit Freunden einen Abend am Walchensee südlich von München verbrachte. Wir waren noch nicht am campen, wurden aber schon von der Örtlichkeit verwiesen. Das war der Zeitpunkt, wo mir die Idee kam, auf Privatgrund zu campen. Das Ganze online buchbar, wie man es von Airbnb kennt.
Wie kam es zum Namen, war da ein Alpaka-Züchter im Spiel?
Nein, ganz und gar nicht. Es gibt inzwischen zwar auch Plätze auf Alpaka-Höfen bei uns, aber der Name existierte schon vorher. Alpaka war der Projektname, man will das Kind ja irgendwie nennen. Dann rückte der Start immer näher, die Kreativität bei der Namensfindung ließ aber zu wünschen übrig. Mittlerweile war uns aufgefallen, dass Freunde und Familie die Sache gerne Alpaka nannten. Wir haben dann nur noch das k gegen ein c getauscht.
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Wo habt Ihr die ersten Stellplatz-Partner gefunden?
Die kamen aus der Familie, mein Vater hat ein altes Weingut, dort fand sich ein Plätzchen. Ein weiterer Winzer in der Familie bot ebenfalls einen Stellplatz an. Davon war dann auch in der landwirtschaftlichen Presse zu lesen. Landwirte sind gut vernetzt. Die größte Frage war, was mit dem Müll ist. Aber bisher hat uns noch keine einzige Gastgeber-Beschwerde erreicht. Das liegt daran, dass bei uns keine Anonymität herrscht – anders als beim Wildcampen.
Alpaca bietet eine Alternative zum Massentourismus. Habt Ihr nicht ein bisschen Angst, dass der Geheimtipp von heute der Hotspot von morgen ist?
Nein, das ist mit unserem System gar nicht möglich. Unsere Plätze sind in der Regel für maximal drei Fahrzeuge ausgelegt. Dadurch, dass die Koordinaten des Stellplatzes erst nach der Buchung verraten werden, entstehen auch keine chaotischen Szenen wie vor manchen Campingplätzen, wo viele spontan schauen, ob noch ein Plätzchen frei ist.
Sind die Alpaca-Plätze nur für Minimalisten im Campervan geeignet oder sind auch Glamper im großen Luxusliner willkommen?
Wir haben so ziemlich für alle ein Zuhause. Sogar die Besitzer von Expeditionsfahrzeugen finden ihr Campingerlebnis auf speziellen Plätzen, die nur mit Allradantrieb erreichbar sind. Es gibt auch einen Filter für Fahrzeuge über sieben Meter. Luxusliner sind bei uns aber eher selten anzutreffen.
Vermutlich ist es nicht immer leicht, die Besitzer eines idyllischen Naturgrundstücks von der Alpaca-Idee zu überzeugen. Was ist Euer wichtigstes Argument?
Das hängt immer davon ab, wer der potenzielle Gastgeber ist. Bei Winzern und Landwirten mit Hofläden sind Neukunden natürlich gerne gesehen.
Was muss die Caravaning-Branche als nächstes erfinden?
Mehr digitale und smarte Lösungen in allen Belangen.
Und was bitte nicht?
Ich könnte auf alles verzichten, was Camping vom Ursprungsgedanken wegträgt: Grün, Idylle! Kein Massentourismus.
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