Die ersten Sonnenstrahlen kündigen es an: Die Campingsaison steht vor der Tür! In Deine Gedanken krabbelt schon die Vorfreude auf Freiheit und Lagerfeuer-Romantik. Doch halt – ein kurzer Blick auf die Plakette am Kennzeichen verrät: Der TÜV für Deinen Wohnwagen ist fällig!
Sorgt der Termin bei Dir auch für ein mulmiges Gefühl und zahlreiche Fragen? Was schaut sich der Prüfer bei einem Anhänger eigentlich so genau an? Ist die Gasprüfung wirklich Pflicht? Und was passiert, wenn Du die Frist überzogen hast?
Keine Sorge, liebe Campingfreunde! Wir ändern das. Die Hauptuntersuchung (HU) ist dann kein Hindernis auf dem Weg in den Urlaub, sondern ein wichtiger Fitness-Check für Dein mobiles Urlaubsdomizil. Mit unserem Guide und der praktischen Checkliste wird der Prüftermin zu einem entspannten Boxenstopp.
Alle zwei Jahre wieder: Die TÜV-Fristen für Deinen Wohnwagen
Hier ist es erfrischend einfach: Anders als bei Wohnmobilen müssen alle Wohnwagen, unabhängig vom Gewicht, alle 24 Monate zur Hauptuntersuchung. Die erste HU ist bei Neufahrzeugen nach 36 Monaten fällig, danach gilt der feste 24-Monats-Rhythmus. Diese Regelung gilt für nahezu alle Wohnwagen bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht. Bei schwereren Anhängern können andere Fristen gelten.
Was passiert, wenn Du den Wohnwagen-TÜV überziehst?
Das Leben kommt manchmal dazwischen, das verstehen wir. Eine überzogene HU-Plakette ist aber keine gute Idee und kann teuer werden.
- Mehr als 2 Monate: Es wird eine „erweiterte HU“ fällig, für die ein Aufschlag von 20 % auf die HU-Gebühr erhoben wird.
- Mehr als 4 Monate: Es droht ein Bußgeld (15 € für Anhänger).
- Mehr als 8 Monate: Es wird ein Bußgeld von 60 € fällig und zusätzlich ein Punkt im Fahreignungsregister (Flensburg).
Dein Campingfreunde-Tipp ist simpel, aber wirksam: Stell Dir einen Alarm im Kalender, am besten schon ein paar Wochen vor Ablauf der Frist.
Was kostet der Check-up?
Die Kosten für den TÜV …
Die gute Nachricht: Der TÜV für den Wohnwagen ist in der Regel günstiger als beim Wohnmobil, da der Motor und Antrieb wegfallen. Plane für die reine Hauptuntersuchung je nach Region und Prüfstelle für gebremste Wohnwagen bis 3,5 t zwischen 66 und 90 € ein – für ungebremste Anhänger etwas darunter.
… inklusive Gasprüfung am Wohnwagen
Möchtest Du die wichtige Gasprüfung direkt miterledigen (was wir absolut empfehlen!), kommen noch einmal ca. 40 bis 60 € hinzu. Die Gesamtkosten für das Sicherheits-Komplettpaket aus Wohnwagen-TÜV und Gasprüfung liegen also meist bei 105 bis 150 €. Eine lohnende Investition in Deine Sicherheit und unbeschwerte Urlaubstage!
Dein Campingfreunde-Tipp: Entgegen älterer Regelungen ist eine gültige Gasprüfung (nach DVGW G 607) wieder eine Voraussetzung für das Bestehen der Hauptuntersuchung! Ohne bestandene Gasprüfung gilt dies als „erheblicher Mangel“, und es gibt keine neue TÜV-Plakette.
Das wird beim TÜV geprüft: Die 6 kritischen Punkte an Deinem Wohnwagen
Der Fokus der Prüfung liegt auf den Bauteilen, die für eine sichere Fahrt als Gespann entscheidend sind. Hier schaut der Prüfer ganz genau hin:
1. Die Verbindung zum Auto: Deichsel & Kupplung
Das A und O! Die Deichsel darf keine Risse oder starke Verformungen aufweisen. Die Kupplung wird auf Verschleiß und festen Sitz geprüft. Ganz wichtig: Das Abreißseil muss intakt und korrekt eingehängt sein.
2. Das Herzstück der Sicherheit: Die Auflaufbremse
Der Prüfer testet beim TÜV auf dem Bremsenprüfstand, ob die Bremse gleichmäßig und stark genug greift, wenn der Wohnwagen auf das Zugfahrzeug "aufläuft". Auch das Lösen der Bremse beim Anfahren muss einwandfrei funktionieren.
3. Das Fundament: Fahrgestell, Achse & Stoßdämpfer
Rost am tragenden Rahmen ist ein K.o.-Kriterium. Die Achse und die Radlager werden auf Spiel geprüft, und die Stoßdämpfer (besonders wichtig für die Tempo-100-Zulassung!) dürfen nicht undicht sein.
4. Der Kontakt zur Straße: Reifen
Die Reifen sind Dein einziger Kontakt zur Fahrbahn. Der Prüfer checkt:
- Profiltiefe: Gesetzlich sind mindestens 1,6 mm vorgeschrieben, wir empfehlen mindestens 3 mm.
- Reifenalter: Für die begehrte Tempo-100-Zulassung dürfen Deine Reifen nicht älter als sechs Jahre sein! Das Herstellungsdatum findest Du als DOT-Nummer auf der Reifenflanke.
- Zustand: Risse, Beulen oder andere Beschädigungen sind tabu.
5. Licht & Signale: Die Elektrik
Hier wird geprüft, ob alle Lichtsignale Deines Autos auch am Wohnwagen ankommen. Funktionieren Blinker, Bremslicht, Rücklicht und Nebelschlussleuchte? Auch die Funktion der Rückfahrscheinwerfer und die Lesbarkeit des Kennzeichens werden geprüft.
6. Für eine sichere Hülle: Der Check von Aufbau und Fenstern
Zusätzlich wirft der Prüfer einen Blick auf den Aufbau: Sind Fenster und Türen dicht und schließen sie richtig? Gibt es offensichtliche Schäden an der Außenhülle? Auch die Zwangsbelüftungen (z.B. im Gaskasten) wird kontrolliert – sie müssen dauerhaft offen und dürfen nicht verschließbar sein.
Du hast noch Fragen? Das sind unsere Antworten zu zwei Sonderfällen
Wie kann ich einen Wohnwagen ohne TÜV überführen?
Das ist heikel und nur in engen Grenzen erlaubt. Die einzige legale Möglichkeit ist die direkte Fahrt zur nächstgelegenen Prüfstelle zur Durchführung der HU. Du musst den Termin nachweisen können (am besten schriftlich). Eine Fahrt in den Urlaub oder zu einem anderen Ort ist streng verboten und kann teuer werden!
Dein Campingfreunde-Tipp: Ein Kurzzeitkennzeichen wird in der Regel nur mit gültiger HU ausgestellt. Für Überführungsfahrten ohne gültige HU ist oft eine Ausnahmegenehmigung der Zulassungsstelle erforderlich.
Ich möchte einen Wohnwagen selbst bauen – was ist beim TÜV zu beachten?
Ein großartiges Projekt, das aber eine große Hürde hat: den TÜV. Ein Eigenbau benötigt eine sogenannte Vollabnahme nach § 21 StVZO. Dabei wird der Wohnwagen von Grund auf geprüft – von der Festigkeit des Rahmens über die Gewichtsverteilung bis zur korrekten Installation aller Komponenten. Für Eigenbauten gelten strenge Anforderungen an die Dokumentation, Materialnachweise und die Einhaltung der zulässigen Maße und Gewichte.
Dein Campingfreunde-Tipp: Sprich unbedingt vor (!!!) dem Bau mit einem Sachverständigen (z.B. vom TÜV oder der DEKRA), um die Anforderungen genau zu klären. Das erspart Dir teure und frustrierende Überraschungen bei der Abnahme.
Hier ist Deine Checkliste für einen entspannten Prüftermin
Geh diese Punkte vor Deinem Termin durch – das dauert nicht lange und gibt Dir ein sicheres Gefühl!
[ ] Papiere parat? Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) und ggfs. das Gasprüfbuch liegen bereit.
[ ] Licht-Test gemacht? Wohnwagen ans Auto koppeln und alle Lichter durchschalten (Blinker, Bremse, etc.).
[ ] Reifen-Check? Luftdruck korrekt? Profil ausreichend? Sichtprüfung auf Schäden.
[ ] Kupplung sauber? Kupplungsmaul und Kugelkopf am Auto sind sauber und fettfrei.
[ ] Abreißseil intakt? Das Seil ist unbeschädigt und lässt sich leicht einhängen.
[ ] Stützen funktionstüchtig? Stützrad und Kurbelstürzen funktionieren einwandfrei.
[ ] Gasflasche gesichert? Steht sie fest verzurrt im Gaskasten?
[ ] Freie Sicht? Kennzeichen sind sauber und gut lesbar?
Du hast jetzt alles, was Du für den TÜV mit Deinem Wohnwagen brauchst
Die Hauptuntersuchung für Deinen Wohnwagen ist eine Garantie dafür, dass Dein mobiles Ferienhäuschen Dich sicher an Dein Ziel bringt. Mit guter Vorbereitung und dem Wissen, worauf es ankommt, nimmst Du den Stress aus dem TÜV – die neue Plakette ist dann Dein persönliches Startsignal. Sie bedeutet: Anhängen, losfahren und unzählige neue Erinnerungen schaffen. Wir von Campingfreunde wünschen Dir eine erfolgreiche Prüfung und eine fantastische, sichere und unvergessliche Campingsaison!
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