TÜV fürs Wohnmobil: So bekommst Du die Plakette – nur ohne Stress

Da ist der Brief mit dem nächsten TÜV-Termin für Dein Wohnmobil. Tausend Fragen schießen Dir durch den Kopf: Was wird überhaupt alles geprüft? Habe ich an alles gedacht? Und was, wenn der Prüfer etwas findet? 

Erstmal durchatmen. Du hast doch Deine Campingfreunde – und wir sagen Dir: Der TÜV ist nicht Dein Endgegner, sondern eher ein Wellness-Check für Dein geliebtes Zuhause auf Rädern. So sorgst Du dafür, dass Du und Deine Liebsten sicher auf den Straßen Europas unterwegs seid – auf dem Weg zu neuen Abenteuern, unvergesslichen Sonnenuntergängen und dem nächsten Traum-Stellplatz. 

Wir von Campingfreunde nehmen Dich an die Hand und zeigen Dir, wie Du die Hauptuntersuchung (HU) nicht nur bestehst, sondern sie souverän rockst. Vergiss die Sorgenfalten – mit unseren Tipps und der ultimativen Checkliste fährst Du entspannt zur Prüfstelle und mit einer strahlenden neuen Plakette wieder vom Hof. 

Damit Du nichts vergisst: Das sind die TÜV-Fristen für Dein Wohnmobil 

Damit Du den Termin nicht verschwitzt, hier die Fakten im Überblick. Das zulässige Gesamtgewicht Deines Campers ist entscheidend: 

Wohnmobile bis 3,5 Tonnen

- Neufahrzeuge: Die allererste Prüfung steht erst nach 36 Monaten an. 

- Danach: Alle 24 Monate ist der Check-up fällig. 

Wohnmobile mit 3,5 bis 7,5 Tonnen

Hier gelten strengere Regeln.  

- Erste HU: Nach 24 Monaten. 

- Ab dem 7. Jahr: Jährliche HU verpflichtend. 

Wohnmobile über 7,5 Tonnen

- Jährliche Hauptuntersuchung ab Erstzulassung. 

Dein Campingfreunde-Tipp: Notiere Dir den nächsten Termin fett im Kalender oder stelle Dir eine Erinnerung im Handy ein. Eine überzogene Frist kann bei einer Kontrolle nicht nur teuer werden, sondern bei mehr als zwei Monaten auch einen Punkt in Flensburg kosten. Das wollen wir vermeiden, oder? 

Was kostet der Spaß? Ein ehrlicher Blick auf die TÜV-Gebühren für Dein Wohnmobil 

Die Kosten für die HU sind eine Investition in Deine Sicherheit und unbeschwerte Reisen. Sie variieren je nach Prüforganisation (TÜV, DEKRA, GTÜ etc.) und Bundesland, aber als grobe Richtlinie kannst Du mit Folgendem für Dein Wohnmobil rechnen: 

- Für Camper bis 3,5 t: Die reine Hauptuntersuchung (HU) liegt meist zwischen 80 und 100 Euro. Oft wird die Abgasuntersuchung (AU) direkt mitgemacht, was die Gesamtkosten auf ca. 120 bis 150 Euro bringt. 

- Für Camper mit 3,5 t bis 7,5 t: Da die Prüfung aufwändiger ist, musst Du hier mit rund 180 Euro für HU und AU rechnen.  

- Für Camper über 7,5 t: Hier kann zusätzlich eine Sicherheitsprüfung (SP) anfallen. HU und AU kosten etwa 200 Euro pro Jahr. 

- Gasprüfung: Ab dem 19. Juni 2025 ist für alle Freizeitfahrzeuge mit fest eingebauten Flüssiggasanlagen eine Gasprüfung nach DVGW G 607 alle zwei Jahre verpflichtend. Die Kosten liegen meist bei 40–60 Euro. 

Dein Campingfreunde-Tipp: Das sind selbstverständlich grobe Richtwerte. Ein kurzer Anruf bei der Prüfstelle Deines Vertrauens schafft Klarheit für Dich und Dein Wohnmobil. 

Du möchtest genau wissen, was der Prüfer sich anschaut? 

Keine Angst, hier passiert keine Hexerei. Der Prüfer arbeitet eine Liste ab, die der Sicherheit dient. Neben den Klassikern, die Du beim TÜV vom PKW kennst, gibt es beim Wohnmobil allerdings ein paar Besonderheiten, die wir Dir mitgeben wollen. 

Die Basis-Checks beim TÜV für Dein Wohnmobil 

- Bremsanlage: Ziehen die Bremsen gleichmäßig und kraftvoll? Ist die Feststellbremse topfit? 

- Beleuchtung: Deine komplette Lichtershow wird geprüft. Von Abblendlicht über Blinker bis hin zu den seitlichen Begrenzungsleuchten – alles muss funkeln. 

- Reifen & Räder: Stimmt die Profiltiefe (gesetzlich min. 1,6 mm, empfohlen sind aber 3-4 mm)? Sind die Reifen zu alt (DOT-Nummer checken!) oder beschädigt? Passt der Lastindex zur Achslast? 

- Fahrgestell & Karosserie: Der Prüfer sucht nach Rost, Rissen oder anderen Schäden, die die Stabilität beeinträchtigen könnten. 

- Lenkung: Lässt sich Dein Camper präzise und ohne Spiel steuern? 

Das ist neu bei der Gasprüfung  

Ab dem 19. Juni 2025 ist die Gasprüfung (G 607) für alle Freizeitfahrzeuge mit fest eingebauten Flüssiggasanlagen verpflichtend und muss unabhängig von der HU alle zwei Jahre durchgeführt werden. Ohne gültige Gasprüfung darf die Gasanlage nicht betrieben werden, die HU-Plakette kann aber trotzdem erteilt werden. Viele Campingplätze verlangen zudem einen Nachweis.  

Dein Campingfreunde-Tipp: Die Gasprüfung ist Dein Schutzengel an Bord und stellt sicher, dass Gasanlage, Kühlschrank und Heizung dicht und sicher sind. Unseren ausführlichen Ratgeber dazu findest Du hier: Gasprüfung Wohnmobil

Der heimliche Stolperstein (den Du dann jetzt kennst!) 

Es geht um die Zwangsbelüftung – denn hierauf achten Prüfer ganz genau! Wenn Du Gas an Bord hast (zum Kochen oder Heizen), muss Dein Camper über vorschriftsmäßige, nicht verschließbare (!) Belüftungsöffnungen verfügen. Die Belüftungsöffnungen im Boden (mindestens 10x10 cm) sind dabei Pflicht – die exakte Größe und Anzahl richtet sich jedoch nach Fahrzeug und Gasanlage. Das ist keine Schikane, sondern pure Physik: Flüssiggas ist schwerer als Luft und muss im Falle eines Lecks nach unten entweichen können. Prüfe also die Öffnungen im Gaskasten und in der Nähe der Gasgeräte. 

Die TÜV-Checkliste, die Dir noch gefehlt hat 

Nimm Dir eine halbe Stunde Zeit, geh die Punkte in unserer Checkliste durch und hake sie ab. Das Gefühl danach? Unbezahlbar! Denn Du weißt jetzt sicher: Du bist ideal vorbereitet. Also, darauf musst Du bei Deinem Wohnmobil achten: 

Dokumente

[ ] Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) griffbereit? 

[ ] Ggf. Nachweise für Anbauten oder Änderungen (ABE-Bescheinigungen)? 

[ ] Gasprüfbuch oder Erstabnahmebescheinigung für die Gasanlage (ab 19. Juni 2025 verpflichtend bei fest eingebauten Flüssiggasanlagen)? 

Außen-Check

[ ] Lichter-Tanz: Funktionieren alle Lichter? (Stand-, Abblend-, Fernlicht, Blinker, Bremslichter, Rückleuchten, Nebelschlussleuchte, Begrenzungsleuchten). Hol Dir am besten eine zweite Person zur Hilfe! 

[ ] Klare Sicht: Scheibenwischer intakt? Wischwasser aufgefüllt? 

[ ] Reifen-Check: Profiltiefe, Luftdruck und allgemeiner Zustand okay? Keine Beulen oder Risse? 

[ ] Spieglein, Spieglein: Sind alle Spiegel fest und unbeschädigt? 

[ ] Karosserie-Liebe: Grobe Roststellen oder lose Teile sichtbar? 

Innen-Check & Technik

[ ] Flüssigkeits-Haushalt: Stände von Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlwasser im grünen Bereich? 

[ ] Die Voraussetzung fürs Hupkonzert: Funktioniert die Hupe? 

[ ] Warnweste, Warndreieck, Verbandskasten: Alles an Bord und der Kasten nicht abgelaufen? 

[ ] Gasanlage (für alle Freizeitfahrzeuge mit fest eingebauten Flüssiggasanlagen verpflichtend): Gasflasche gut befestigt? Schläuche und Regler jünger als 10 Jahre? Gasanlage dicht? 

[ ] Zwangsbelüftung: Sind die Lüftungsgitter frei und nicht zugestellt? Mindestgröße und Position beachten! 

 

Es wurde doch was gefunden? Keine Panik! 

Sollte der Prüfer einen "geringfügigen Mangel" finden (z.B. eine defekte Glühbirne), bekommst Du die Plakette oft trotzdem, musst den Mangel aber umgehend beheben. Bei einem "erheblichen Mangel" (z.B. abgefahrene Reifen) wird die Plakette verweigert. Aber auch das ist kein Weltuntergang! Du hast dann in der Regel einen Monat Zeit, den Mangel zu beheben und Dein Wohnmobil zur Nachprüfung beim TÜV vorzuführen. Das ist meist günstiger als eine komplett neue HU. 

Ein Mechaniker in blauer Arbeitskleidung arbeitet in einer Werkstatt mit einem Werkzeug unter der Motorhaube eines weißen Wohnmobils.

Mit Sicherheit endlich frei 

Du siehst: Der TÜV-Termin ist kein Grund für schlaflose Nächte. Er ist die Quality-Time für Deinen treuen Begleiter auf vier Rädern. Mit einer guten Vorbereitung und unserer Checkliste verwandelst Du die Pflichtübung für Dein Wohnmobil zu einem offiziellen Go! für neue Horizonte – sei es am Meer, in den Bergen oder für das nächste Städtchen, was Du für Dich entdecken möchtest. Wir bleiben dabei an Deiner Seite und wünschen Dir eine gute Fahrt sowie eine allzeit sichere Reise!