Warm wird es heute in jedem Wohnwagen oder Wohnmobil, selbst wenn’s draußen friert und schneit. Aber wird es auch richtig warm? Und wie lange darf das dauern? Natürlich gibt es dafür ein genormtes Prüfverfahren nach DIN. Klingt bürokratisch, ist aber leicht zu verstehen und kann Ganzjahres-Campern bei der Kaufentscheidung helfen.
Der Trend Wintercamping
Wintercamping, ein Hobby für die ganz Harten? Das ist lange vorbei. Immer mehr Reisemobile und sogar Caravans werden auch zwischen Oktober und Ostern bewohnt. Es muss ja nicht gleich die große Tour durch die Alpen oder ins weiße Rauschen von Lappland sein, auch auf deutschen Campingplätzen hat sich die Zahl der Winter-Übernachtungen seit 2010 fast verdreifacht. Nicht weiter erstaunlich, weil heute praktisch jeder neue Wohnwagen und jedes Wohnmobil wintertauglich ist. Manche sind sogar winterfest. Beide Bezeichnungen tauchen immer wieder auf den Webseiten und in den Prospekten der Hersteller auf. Dort dürfen sie nicht einfach so verwendet werden, denn tatsächlich gibt es zwischen beiden Kategorien einen Unterschied. Dahinter steckt ein strenges Prüfverfahren nach DIN-Norm. Es gilt unter dem Kürzel 1645-1 für Wohnwagen und unter 1646-1 für Reisemobile, die im DIN-Jargon übrigens noch wie früher Motorcaravans heißen.
:format(webp))
:format(webp))
Wird es auch im Kastenwagen warm genug?
Die gute Nachricht: Wintertauglich sind heute sogar einfache Campervans und Kastenwagen. Beim DIN-Test zeigt sich das in der Kältekammer, wenn das Fahrzeug mindestens zehn Stunden lang auf null Grad heruntergekühlt wird. Dazu werden alle Türen und Fenster geöffnet. Danach muss sich der Innenraum innerhalb von zwei Stunden auf eine Raumtemperatur von 20 Grad erwärmen lassen. Die Prüfer messen das an einem zentralen Punkt, der einen Meter über dem Fußboden des Innenraums liegt. An fünf weiteren Punkten darf die gemessene Temperatur um nicht mehr als sieben Grad abweichen. Das schafft heute fast jede handelsübliche Heizung, ganz egal, ob sie mit Gas oder Diesel arbeitet. Ein größeres Problem ist die oftmals ungleichmäßige Wärmeverteilung im Innenraum. Und die Wasseranlage, denn deren Kältetauglichkeit wird nur beim Test auf Winterfestigkeit geprüft.
Am besten ist ein Doppelboden!
Hier wird das Wohnmobil oder der Wohnwagen auf minus 15 Grad gekühlt und muss sich innerhalb von vier Stunden auf 20 Grad erwärmen lassen. Eine Stunde nach Erreichen der Innentemperatur werden die Wassertanks befüllt. Nach einer weiteren Stunde muss die Wasseranlage ohne Einschränkungen funktionieren. Beim Wohnmobil erfordert das mindestens einen beheizten Grauwasser-Tank, wie er nur bei Fahrzeugen der oberen Preisklasse zur Serienausstattung gehört. Fast alle Hersteller bieten ihn jedoch gegen Aufpreis an. Bei extremer Kälte empfiehlt sich auch noch eine zusätzliche Isolierung von 20 bis 30 Millimetern Stärke, aber das hängt natürlich auch von der Tankform und den Platzverhältnissen ab. Im Gegensatz zu den Frischwassertanks sind die Behälter fürs Abwasser meist am Fahrzeugboden montiert – außer bei Wohnmobilen mit beheiztem Doppelboden, die sich schon deshalb besonders gut fürs Wintercampen eignen. Wer sich dagegen mit unbeheiztem Reisemobil-Tank in die Kälte wagt, muss es machen wie die Kollegen im Caravan, die ja in der Regel keinen festen Abwassertank besitzen: Stattdessen tut’s ein transportabler Tank oder auch ein Plastikeimer unterm Fahrzeug. Und darin etwas Frostschutzmittel, damit das Grauwasser unterm Camper nicht gefriert.
Ein Heizlüfter muss immer mit.
Und was ist mit Uralt-Wohnmobilen, die nach DIN weder wintertauglich noch winterfest sind? Auch die können sich als Winterdomizil eignen – mit Isoliermatten und Abdeckhauben für den Aufbau, aufgeklebten Heizmatten oder einer nachträglich eingebauten Heizpatrone für den Grauwasser-Tank und einem elektrischen Heizlüfter für den Notfall im Gepäck. Der sollte in jedem Wohnmobil mitreisen, obwohl er bei den Strompreisen auf vielen Campingplätzen ein Geldvernichter ist: Doch auch die beste Heizung kann mal ausfallen.
Ratgeber
Selbstausbauer
Wohnmobil
Zulassung als Wohnmobil oder Pkw: Was passt zu Deinem Camper?
Wohnmobil, Pkw oder Lkw? Die Zulassungsart beeinflusst Kfz-Steuer, Verkehrsregeln und Deine Versicherungsmöglichkeiten. Wir zeigen Dir, welche Variante wirklich zu Deinem Camper passt – und warum ein selbst ausgebauter Kastenwagen nicht zwingend eine Wohnmobilzulassung braucht.
Führerschein
Neuheiten 2026
Ratgeber
4. EU-Führerscheinrichtlinie: Was sich für Wohnmobilfahrer ändert
4,25 Tonnen statt 3,5 Tonnen mit dem B-Führerschein, ein digitaler Führerschein und neue Regeln zur Fahrtauglichkeit: Die 4. EU-Führerscheinrichtlinie bringt einige Änderungen mit sich. Wir schauen genauer hin.
Ratgeber
Wohnmobil
Wohnwagen
Übernachten im Wohnmobil oder Wohnwagen: Wo darf ich stehen?
Der Fahrtag war länger als gedacht, die Augen werden schwer – also runter von der Straße, Camper parken und ab ins Bett? Unter bestimmten Voraussetzungen ist das in Deutschland möglich. Wir erklären, wo Du legal übernachten darfst, was am Straßenrand und auf Parkplätzen gilt und welche Bußgelder drohen können.
Reiseziele
Mecklenburgische Seenplatte mit dem Wohnmobil: Route, Stellplätze und Tipps am Wasser
Seen zählen? Zwecklos – davon gibt es in der Mecklenburgischen Seenplatte mehr als 1.000. Plau am See, Waren an der Müritz und der Müritz-Nationalpark rund um Federow ergeben eine schöne Mischung aus kleinen Städten, Wasser und viel Natur. Wir haben Dir eine Route mit passenden Stellplätzen und Tipps zusammengestellt, mit der Du die Region stressfrei genießen kannst.
Ratgeber
Winter
Wohnmobil
Wohnwagen
Heizung für Wohnwagen oder Wohnmobil: Welches Heizsystem passt zu Dir?
Es gibt wahrscheinlich wenig Nervigeres, als wenn es im Camper nicht so richtig warm wird. Welche Heizung die richtige für Deinen Wohnwagen oder Dein Wohnmobil ist, hängt vor allem von Deinem Campingalltag ab. Hier liest Du, was die verschiedenen Heizsysteme können – und vor allem, für wen sie sich eignen.
Reiseziele
Lüneburger Heide mit dem Wohnmobil: Stellplätze, Routen & gute Tipps
Die Lüneburger Heide lässt sich mit dem Wohnmobil herrlich entspannt erkunden: Wähle ein oder zwei Stellplätze als Basis, lass den Camper stehen und zieh zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem kostenlosen Heide-Shuttle los, um Wilsede, Pietzmoor und die schönsten Heideflächen zu erkunden.
:format(webp))
:format(webp))
:format(webp))
:format(webp))
:format(webp))
:format(webp))
:format(webp))
:format(webp))
:format(webp))
:format(webp))
:format(webp))