Wir sind Henrik und Mara, aktuell 30 und 31 Jahre alt, und wir reisen mit unserer sechs Jahre alten Hündin durch Europa.
Was als kleine Auszeiten begann, wurde Schritt für Schritt zu unserem Alltag und letztendlich zu der besten Entscheidung unseres Lebens.
Die Anfänge: ein kleiner, einfacher Camper
Alles startete ganz unkompliziert. Unser erster Camper war klein, selbst ausgebaut und ziemlich minimalistisch: kein fließendes Wasser, nur Kanister, keine richtige Küche. Wir haben viel draußen gekocht, mit Gaskocher, Pfanne und Topf und für unsere kurzen Urlaube war das perfekt. Genau dieses einfache Unterwegssein hat uns damals schon unglaublich glücklich gemacht.
Irgendwann bündelten wir unseren gesamten Jahresurlaub und reisten für sechs Wochen nach Norwegen und Schweden. Diese Reise hat alles verändert.
Die Weite, die Natur, das Freiheitsgefühl, wir haben uns komplett ins Vanlife verliebt. Für uns stand fest: Wir wollen mehr reisen. Und wir wollen das in einem Camper tun.
Zurück zu Hause begannen wir, mit unseren Arbeitgebern zu verhandeln. Es war kein einfacher oder kurzer Prozess, aber am Ende konnten wir uns ein paar Stunden Remote-Arbeit von unterwegs aus ermöglichen. Gleichzeitig wurde uns klar:
Wenn wir wirklich unsere Wohnung kündigen und langfristig reisen wollen, brauchen wir einen größeren Camper. Einen mit Küche, fließendem Wasser und Stehhöhe.
Neubeginn zwischen Job, Studium und Camperausbau:
Also fassten wir einen mutigen Entschluss: Neben Vollzeitjob und Studium kauften und bauten wir einen neuen Camper aus. Den alten verkauften wir.
Diese Zeit war unglaublich stressig, aber wir hatten immer diesen Lichtblick vor Augen, den Moment, wenn unsere Reise endlich losgeht.
Um Geld zu sparen, kündigten wir unsere Wohnung sogar schon ein paar Monate früher. Als der Camper fertig war, lebten und arbeiteten wir direkt aus ihm heraus.
Und dann war es soweit: Unsere Reise begann im Norden
Unser erstes großes Ziel war wieder Skandinavien. Geplant war ein Jahr unterwegs zu sein – danach zurück in den „normalen“ Job. Warum wir das nicht getan haben, erzählen wir euch später.
Skandinavien hat uns komplett verzaubert. Wir haben die schönsten Wanderungen erlebt, traumhafte Stellplätze gehabt, Polarlichter zum ersten Mal gesehen, Elche und Rentiere gesehen und eine eine Orca-Safari gemacht.
Zum Abschluss fuhren wir durch die verschneiten Landschaften Finnlands. Kurz vor dem Winter ging es weiter durchs Baltikum, durch Polen und pünktlich zu Weihnachten zurück in die Heimat. Die Weihnachtsmärkte in den Hauptstädten von Estland, Lettland, Litauen und Polen waren einfach wunderschön und ganz besonders. Definitiv eine Reise wert.
Nach Weihnachten ging es wieder los. Unser Winterabenteuer hatte es in sich bei -20 Grad in Finnland ist uns fast alles eingefroren.
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Danach zog es uns in den Süden: Korsika und Sardinien standen auf dem Plan
Gerade in der Nebensaison haben wir Sardinien lieben gelernt: karibisch anmutende Sandstrände, oft komplett für uns allein, mediterranes Klima und italienischer Flair. Von dort ging es weiter nach Spanien. Wir liebten die langen Tage, die späten Sonnenuntergänge und dieses Lebensgefühl: Menschen sitzen draußen, genießen das Leben, trinken Wein, essen gut – bis spät in die Nacht. Churros und Tapas durften natürlich auch nicht fehlen.
In Portugal erwarteten uns traumhafte Strände und ein kleiner Side-Fact für Camper: Auf vielen Supermarktparkplätzen gibt es ein bis drei kostenlose Wohnmobilstellplätze, auf denen man im Notfall völlig legal übernachten darf.
Danach setzten wir mit der Fähre von Frankreich nach England über. Unser eigentliches Ziel war aber Schottland.
Wir fuhren die North Coast 500, gingen viel wandern und waren überwältigt von der Landschaft. Überall Schafe, wunderschöne Strände, einfach magisch. Man sollte allerdings das sehr wechselhafte Wetter und die berüchtigten Midges-Mücken einplanen.
Nun war ein Jahr um & uns war klar, wir wollen mehr von der Welt sehen. Also gingen wir erneut mit unseren Arbeitgebern in die Verhandlung.
Als Nächstes ging es für uns in den Balkan, für uns komplettes Neuland. Eigentlich war Albanien unser Hauptziel, doch am Ende blieben wir über sechs Wochen in Bosnien hängen. Es war unglaublich schön, beeindruckende Landschaften, Camper überall willkommen, unfassbar gastfreundliche Menschen und sehr günstige Preise für Essen und Benzin.
Montenegro hat uns besonders im Durmitor-Nationalpark begeistert, diese Berglandschaften waren einfach atemberaubend. In Albanien waren wir etwa zwei Wochen unterwegs. Auch wenn die Menschen dort sehr herzlich waren und man fast überall frei stehen durfte, haben uns der Umgang mit Straßenhunden und die Müllproblematik emotional sehr belastet. Deswegen haben wir das Land frühzeitig wieder verlassen.
Zum Abschluss reisten wir nach Lefkada in Griechenland. Dort verbrachten wir rund zwei Wochen und waren sofort verliebt, die Insel hat uns komplett abgeholt.
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Realität im Camperleben:
So sehr wir das Leben im Camper lieben, es ist nicht immer nur romantisch. Bei langem Regen kann einem schon mal die Decke auf den Kopf fallen.
Eine große Lernaufgabe für uns war auch der Umgang mit unterschiedlichen Kulturen, besonders was Tiere betrifft. Da wir uns ehrenamtlich im Tierschutz engagieren und unterwegs verschiedene Organisationen unterstützt haben, hat uns die Situation mit Straßenhunden – vor allem in Spanien und auf dem Balkan – sehr beschäftigt.
Wenn euch das Thema interessiert, dann schaut euch gerne die spanische Tierschutzorganisation aus Andalusien an, die sich um ausgesetzte und verletzte Tiere kümmert und ihnen ein neues Zuhause sucht.
Unser Fazit:
Alles in allem möchten wir diese Zeit im Camper niemals missen. Wir sind bereit für viele weitere Abenteuer und können euch, wenn ihr vor einer ähnlichen Entscheidung steht, nur eines sagen:
Der Schritt ins Vanlife war die beste Entscheidung unseres Lebens. 😊
Freiheit, Selbstbestimmung und das Gefühl, wirklich zu leben, all das möchten wir nicht mehr eintauschen.
Folgt uns doch gerne auf unserer Reise. Instagram: @camper_bluebear
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