Sonnenuntergang über einem See mit zwei Campervans am Ufer, umgeben von Bäumen und einer sich schlängelnden Straße im Vordergrund.

Der Rundum-Guide: Camping in Schweden mit dem Wohnmobil

Du träumst von weiten Landschaften, glasklaren Seen und dem Gefühl, einfach stehen bleiben zu können, wo es am schönsten ist? Dann ist Camping in Schweden mit dem Wohnmobil genau das Abenteuer, das Du suchst. Dieser Guide nimmt Dich mit auf eine inspirierende Reise von Süd nach Nord, durch wilde Wälder, charmante Städte und stille Buchten. Dazu bekommst Du jede Menge Tipps rund ums Wildcampen, die schönste Rundtour, Sehenswürdigkeiten, Kulinarik und Preise. Kurz: alles, was Deinen Schweden-Trip unvergesslich macht. 

Schweden: Ein Reiseland, wie gemacht für Camping 

Schweden ist das Traumland für Camper, die gern autark und flexibel reisen. Dank des Jedermannsrechts (Allemansrätten) darfst Du mit dem Wohnmobil, Camper Van, Kastenwagen oder Wohnwagen nahezu überall übernachten – solange Du respektvoll mit Umwelt und Anwohnern umgehst. Du stehst lieber auf einer kleinen Stichstraße am See als Tür an Tür auf dem Stellplatz? In Schweden ist das kein Wunschdenken, sondern Alltag.

Wichtig ist dabei: Halte Dich an die Regeln. Kein Campen auf Privatgrund ohne Erlaubnis, kein Feuer in Trockenzeiten, kein Müll in der Natur. Dafür wirst Du belohnt mit Sonnenaufgängen über stillen Seen, dem Ruf des Zwergtauchers beim Frühstück und nächtlichen Sternenhimmeln ohne Lichtverschmutzung. Und für Wohnmobile gilt: Du darfst zwar auf allen öffentlichen Straßen und Parkplätzen die Nacht verbringen, einfach mitten im Wald, auf einer Wiese oder am Strand kampieren ist jedoch verboten.

Die Regionen vom Süden bis in den hohen Norden  

Skåne: Südschwedens Bilderbuchlandschaft

Skåne lockt mit sanften Hügeln, weiten Stränden und hübschen Städten wie Malmö oder Lund. Die Küstenstraße von Ystad nach Simrishamn gehört zu den schönsten im Land. Kulinarisch punktet die Region mit Hofläden und Fischräuchereien. 

Stellplatz-Geheimtipp: Hällevik Hafen – ein einfacher, aber traumhafter Platz direkt am Meer mit Blick auf den Sonnenuntergang. 

Småland: Wälder, Seen und Astrid Lindgrens Erbe

Dichte Wälder, tausende Seen und rote Holzhäuser machen Småland zur Postkartenidylle. Neben Bullerbü und Lönneberga lohnt ein Abstecher in den Nationalpark Norra Kvill. Der Åsnen-Nationalpark bietet Wildcamping-Flair mit Infrastruktur. 

Stellplatz-Tipp: Hultsfred Strandcamping – familiär, mit direktem Zugang zum Badesee und nahe der Astrid-Lindgren-Welt in Vimmerby. 

Dalarna & Värmland: Das Herz Schwedens

Hier schlägt das kulturelle Herz Schwedens: traditionelle Holzkunst, Mittsommerfeste und jede Menge Natur. Der Siljansee ist ein Highlight – perfekt zum Baden, Angeln, Paddeln. Die Wälder rund um Torsby und Malung sind dünn besiedelt, ideal für Wildcamper. 

Stellplatz-Geheimtipp: Falkudden Camping am Dalälven – kleiner Platz mit Seezugang und Café nahe des Nationalparks Färnebofjärden. 

Lappland & Polarkreis: Nordische Wildnis pur

Weniger Infrastruktur, mehr Abenteuer. Der Sarek-Nationalpark ist ein Traum für Wanderer. Die E45 führt Dich durch unendliche Wälder, vorbei an Rentierherden und historischen samischen Siedlungen. Perfekt für alle, die Stille suchen. 

Stellplatz-Tipp: Vuollerim Camping & Stugby – ein familiärer Platz an einem Fluss, mit Sauna und samischem Flair. Ein echter Geheimtipp nördlich des Polarkreises. 

Wildcampen in Schweden: Legal, aber mit Köpfchen 

Wildcampen in Schweden funktioniert, wenn Du gut vorbereitet bist. Nutze Tools wie Campercontact, Stellplatz-Radar oder Topo GPS, um legale Stellflächen, Wasserstellen und Entsorgungsstationen zu finden. Achte auf Hinweisschilder und respektiere Sperrzonen. Nimm Dir Zeit, Deinen Platz zu suchen – wer spät abends noch hektisch sucht, landet schnell auf einem verbotenen Parkplatz. Platz sauber hinterlassen ist selbstverständlich, oder? 

Tipp: In den Wäldern Mittel- und Nordschwedens sind Bären beim Camping eventuell ein Thema. Hier gilt: Keine Essensreste im Freien lassen, Müll sicher verstauen und am besten nicht direkt an Beerensträuchern campen. 

Ein grün-weißer Campervan steht auf einem Feldweg, umgeben von üppig grünen Bäumen in einem sonnendurchfluteten Wald.

Auf Schweden-Tour mit Hund oder Kind? Klappt wunderbar! 

Camping in Schweden mit Hund: Ist entspannter als in vielen anderen Ländern. In Schutzgebieten gilt meist Leinenpflicht, an Seen darf Dein Vierbeiner oft frei toben. Viele Campingplätze sind hundefreundlich, manche haben sogar Hundeduschen. 

Campingurlaub in Schweden mit Kindern? Ein Traum. Natur zum Anfassen, unzählige Seen zum Planschen, Tiere beobachten, Lagerfeuer machen, Kanu fahren, Beeren sammeln – kindgerechter geht's kaum. Zudem sind die Schweden überaus kinderlieb und die Plätze oft bestens ausgestattet. 

Tipp: Packt Fernglas und Bestimmungsbuch ein – die Naturvielfalt in Schweden ist ein ideales „Outdoor-Klassenzimmer“. 

Ausflugsziele & Freizeitideen 

Schweden ist ein Land der Kontraste – von lieblichem Agrarland im Süden bis zur fast menschenleeren Wildnis jenseits des Polarkreises. Die Natur prägt nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch das Lebensgefühl unterwegs. Du fährst kilometerweit durch Wälder, ohne einem Auto zu begegnen, hältst spontan an einem See für ein erfrischendes Bad oder wanderst durchs Fjäll, also durch Hochebenen, in denen Du tagelang keinem Menschen begegnest. 

Einige Highlights, die Du Dir nicht entgehen lassen solltest: 

🏞️ Nationalparks wie Fulufjället, Tiveden oder Sarek: Hier erlebst Du echte Wildnis, Wasserfälle wie den Njupeskär (Schwedens höchster) oder Fjäll-Landschaften voller Rentiere. 

🚢 Göta-Kanal: Der berühmte Wasserweg zwischen Stockholm und Göteborg bietet nicht nur spannende Schleusen und historische Dampferfahrten, sondern auch perfekte Rad- und Wanderstrecken entlang des Kanals. Viele kleine Häfen bieten ruhige Stellplätze. 

🪁 Inseln Öland und Gotland: Beide haben ihren ganz eigenen Charme: Öland ist windig, weit und wild, Gotland bietet mittelalterliches Flair in Visby und rauen Küstencharakter. Perfekt für einen Abstecher mit der Fähre. 

🫎 Elchsafari in Markaryd oder Kosta: Nicht ganz „wild“, aber mit Elchgarantie. Für Wohnmobil-Reisende gibt es an beiden Orten gemütliche Campingplätze. 

🚣‍♀️ Klarälven-Flusstour: Hier baust Du Dein Floß selbst oder mietest ein Kanu für mehrere Tage. Wildcampen inklusive. Ein unvergessliches Mikroabenteuer für Aktive. 

🏰 Stockholm, Göteborg & Uppsala: Die Hauptstadt Stockholm begeistert mit Schärenblick, Göteborg mit jungem Flair und Uppsala mit Historie und studentischer Atmosphäre. In allen Städten gibt es zentrumsnahe, wohnmobilfreundliche Stellplätze. 

💎 Unbekannte Schätze: Der Skuleskogen-Nationalpark an der Höga Kusten bietet spektakuläre Klippen und stille Wälder direkt am Meer. Oder der Blekinge-Schärengarten, ein Geheimtipp für alle, die kleine Buchten und unberührte Natur lieben. 

Viele dieser Ziele erreichst Du direkt mit dem Wohnmobil oder kannst sie als Tagesausflug von Deinem Stellplatz aus ansteuern. Plane ruhig ein paar Tage pro Region – Schweden belohnt langsames Reisen mit großem Naturkino. 

Drei Wochen Schweden-Rundreise: Unsere Tourempfehlung 

Du hast drei Wochen Zeit und willst Schweden intensiv erkunden? Dann ist diese Rundreise wie gemacht für Dich. Mit vielen malerischen Highlights, abwechslungsreichen Strecken, spannenden Sehenswürdigkeiten und Gelegenheiten zum Wildcampen. Du kannst die Route natürlich kürzen oder verlängern – je nachdem, wie viele Kilometer Du am Tag zurücklegen willst. 

Anreise: 

Viele Wege führen nach Schweden. Du kannst mit der Fähre von Travemünde nach Trelleborg übersetzen oder von Fehmarn nach Dänemark schippern und dann über die beeindruckende Öresundbrücke (Mautpflicht) von Kopenhagen nach Malmö fahren. Ein kleiner, aber landschaftlich lohnender Umweg führt über Norwegen: Mit der Fähre von Hirtshals nach Kristiansand und dann entlang der wunderschönen Küste Richtung Göteborg. 

Routenplan für 21 Tage: 

  • Tage 1–3: Start in Skåne – Malmö, Ystad, Sandhammaren. Warmlaufen am Meer, die Küste genießen und erste schwedische Sehenswürdigkeiten entdecken. 

  • Tage 4–6: Småland – Wälder, Elche, Bullerbü-Feeling. Dazu Vimmerby, Kalmar mit seinem Schloss oder eine Kanutour auf dem Åsnen. 

  • Tage 7–9: Dalarna – Siljansee, Falun, Rättvik. Die Strecke ist gespickt mit kulturellen Highlights und idyllischen Orten. 

  • Tage 10–13: Weiter nach Jämtland – Naturcamping, Wandern, vielleicht ein Abstecher ins Skigebiet Åre. Atemberaubende Natur erwartet Dich. 

  • Tage 14–17: Lappland – Arvidsjaur, Jokkmokk. Hoch im Norden begegnet Dir echte Wildnis, die sich auf dieser Rundreise besonders lohnt. 

  • Tage 18–21: Rückweg über die Inlandsvägen (E45) nach Süden oder östlich entlang der Bottensee mit Stopp in Umeå und Sundsvall. 

Kulinarik & Einkaufen 

Schweden ist kein klassisches Feinschmeckerland, aber das Draußen-Essen wird gerne zelebriert. Supermärkte wie ICA, Coop oder Willys sind gut sortiert, aber teurer als in Deutschland. Alkohol gibt es nur im staatlichen „Systembolaget“. Tipp: Basics zu Hause einkaufen – und unbedingt lokale Spezialitäten probieren: Kanelbullar (Zimtschnecken), Elch- und Rentierwurst und natürlich Klassiker wie gebeizten Lachs (Gravad Lax), Köttbullar (Fleischbällchen) und Knäckebröd. Mutige probieren fermentierten Hering (Surströmming)… 

Auf vielen Bauernhöfen kannst Du direkt ab Hof kaufen – zum Beispiel frische Eier, Marmelade oder Käse. Achte auf Hinweisschilder an der Straße. 

Eine Hand hält eine Zimtschnecke in weißem Papier, im Hintergrund eine unscharfe Großstadtstraße.

Kosten und Preise: Was kommt auf mich zu?

Camping in Schweden ist nicht billig, aber mit guter Planung fair kalkulierbar. Ein einfacher Campingplatz kostet meist zwischen 20 und 35 Euro pro Nacht, Premium-Plätze mit Seelage, Sauna oder Kinderprogramm entsprechend mehr. Tanken ist etwas teurer als in Deutschland, dafür sind viele Naturerlebnisse kostenlos. 

Lebensmittel schlagen je nach Region mit 10–30 Prozent höheren Preisen zu Buche. Wildcampen hilft, das Budget zu schonen, ebenso wie Selbstversorgung und regionale Produkte vom Hof. Einige Fähren oder Brücken (z. B. Öresund) kosten extra – plane das in Dein Budget ein. 

Eine Person hält eine Geldbörse und zählt Banknoten vor einem Geldautomaten.

FKK-Campingurlaub in Schweden – geht das? 

Ja, wenn auch leise. FKK ist in Schweden eher unauffällig, wird aber an ausgewiesenen Orten geduldet oder sogar gefördert. Neben klassischen Naturistenplätzen wie Solhejdan oder Vikbolandet gibt es auch freie Strände, an denen Textilfreiheit akzeptiert ist. Am besten vorher recherchieren – z. B. über Naturistenvereine oder Reiseforen. 

Eine Person taucht in einen See, nur die Beine ragen aus dem Wasser, während eine Wasserspritzung entsteht. Im Hintergrund ein bewaldetes Ufer und ein wolkiger Himmel.

Camping in Schweden: Beste Reisezeit & Klima

Die beste Zeit für Deine Schweden-Camping-Tour ist zwischen Juni und September. Dann sind die Tage lang, die Straßen schneefrei und viele Campingplätze geöffnet. Im Süden locken oft 25 °C und mehr, im Norden bleibt es angenehm frisch. Ab August gibt’s Heidelbeeren satt, ab September erste Polarlichter. 

Meide nach Möglichkeit die Hauptferienzeit Mitte Juli – viele Plätze sind dann ausgebucht. Es geht nur zu dieser Zeit? Dann solltest Du früh buchen. 

Ein Kind in Badebekleidung hält einen Schwimmreifen und steht an einem von Bäumen und Grün umgebenen See unter einem wolkigen Himmel.

Deine Schweden-Packliste: Was Du wirklich brauchst 

Hier kommt die kompakte Packliste speziell fürs Camping in Schweden – bewährt und erprobt: 

➡️ Mückenschutz (z.B. Thermacell oder DEET-Spray) 

➡️ Ersatzkanister für Wasser & Kraftstoff 

➡️ Mülltüten 

➡️ Fernglas & Tierführer 

➡️ Offline-Karten (z. B. Maps.me, Komoot) 

➡️ Taschenlampe mit rotem Licht (nicht so störend für Tiere) 

➡️ Datenvolumen prüfen, evtl. aufstocken oder eSim hinzubuchen 

➡️ Klappspaten & Camping-Toilette (für Wildcamping wichtig) 

➡️ Faltbare Wäscheleine & Mini-Outdoor-Waschmittel 

Weitere Tipps, was auf Deine Campingreise mitsollte, findest Du auf unserer großen Camping-Packliste

Alle Daumen hoch für Wohnmobil-Camping in Schweden 

Camping in Schweden mit dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen ist mehr als Urlaub. Es ist eine Erfahrung, die Dich entschleunigen, erden und begeistern wird. Ob allein, als Paar, mit Hund oder Familie – Du wirst Landschaften und Begegnungen erleben, die bleiben. Also: Gute Fahrt – vi ses i Sverige!