Im Campingurlaub kann man den Alltag wunderbar hinter sich lassen, neue Orte entdecken und Flexibilität und Freiheit genießen. Camping für Anfänger bedeutet aber auch: jede Menge Fragen. Aber keine Sorge, mit der richtigen Vorbereitung und ein wenig Planung kannst Du auch als Camping-Newbie entspannt und ohne unnötige Pannen reisen. Hier findest Du alle Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Campingreise – vom richtigen Equipment bis hin zu den besten Reisezielen für Anfänger. Und Pssst: Wir verraten Dir auch, wie Du typische Anfängerfehler vermeidest.
Zelt, Wohnwagen, Wohnmobil & Camper: Was passt zu mir?
Bevor Du Dich auf den Weg machst, solltest Du herausfinden, welche Campingform am besten zu Dir passt:
Das Zelt: Zelt-Camping bringt Dich in direkten Kontakt mit der Natur und ist eine der günstigsten und flexibelsten Varianten, um zu campen. Du kannst fast überall zelten, von abgelegenen Gebirgshütten bis zu belebten Campingplätzen. Allerdings bietet es wenig Komfort, Du musst Dich auf das Wetter einstellen, und die nächtlichen Geräusche der Natur können für Camping-Anfänger ungewohnt sein.
Der Wohnwagen: Mit einem Wohnwagen lässt Du Dein Heim auf Zeit am Campingplatz und kannst derweil mit Deinem Fahrzeug die Umgebung erkunden. Allerdings kann nicht jedes Fahrzeug, einen Wohnwagen ziehen. Zudem ist der Wohnwagen weniger flexibel als ein Camper oder Wohnmobil, da Du ihn nach jedem Stopp wieder abkoppeln und parken musst.
Der Campervan: Ein Camper ist kompakt, mobil und bietet Dir eine Mischung aus den Vorteilen des Wohnmobils und der Flexibilität des Zelt-Campings. Damit ist er ideal für kurze Reisen oder spontane Ausflüge. Im Vergleich zum Wohnmobil bietet er weniger Platz und Komfort, passt dafür aber auch in kleine Parklücken und Altstadtgässchen.
Das Wohnmobil: Flexibilität, Komfort und Unabhängigkeit – ein Wohnmobil ist ein komplettes, fahrbares Heim und mit allem ausgestattet, was Du benötigst, von der Küche bis zum eigenen Badezimmer. Weiterer Vorteil: Du kannst darin bequem schlafen. Allerdings sind die Kosten relativ hoch, und die Parkplatzsuche kann mitunter Nerven kosten.
Das gehört in die Grundausstattung
Die richtige Ausrüstung ist der Schlüssel zu einem gelungenen Urlaub – besonders für Anfänger. Hier sind die wichtigsten Dinge als kurze Checkliste:
Essentials:
- Zelt, Dachzelt, Wohnwagen, Wohnmobil oder Camper
- Schlafsack und Isomatte bzw. Bettwäsche fürs Wohnmobil
- Notfallset, Mückenspray, Sonnenschutz
- Werkzeug, Taschenmesser, Feuerzeug
Kochen:
- Campingkocher und Kochausrüstung, Espressokocher, Geschirr, Grill
- Gasflaschen bzw. -kartuschen
- Trinkwasser, haltbare Lebensmittel und Kühlbox
Komfort:
- Tisch, Stühle, Liegen
- Hängeregale, Boxen und Beleuchtung
- Vorzelt, Markise, Sonnensegel
- Campingdusche, Toilette
- CEE-Stecker und Verlängerungskabel
👉 Tipp: Nutze gerne unsere ausführliche Camping-Packliste zum Ausdrucken.
:format(webp))
:format(webp))
Camping für Anfänger: Welche Länder sind ideal?
Für Deinen ersten Campingurlaub solltest Du Länder wählen, die leicht zugänglich sind und auch für Anfänger viele Möglichkeiten bieten.
Deutschland ist mit seinen gut ausgebauten Campingplätzen und der Vielfalt der Natur – von den Alpen bis zur Nordsee – ein ideales Ziel für Camping-Anfänger. Die Reisezeiten sind flexibel und das Stellplatz-Netz flächendeckend. Auch Frankreich hat von der Atlantikküste bis in die Alpen eine riesige Auswahl an Campingplätzen, von rustikal bis luxuriös. Die Niederlande sind besonders für Zelt-Camper ein beliebtes Ziel, mit zahlreichen gut ausgestatteten und familienfreundlichen Campingplätzen. Und nicht zu vergessen natürlich Skandinavien: Schweden, Norwegen und Finnland bieten unberührte Natur und wilde Campingmöglichkeiten – ideal für freiheitsliebende Abenteurer.
Kostenplanung: So behältst Du den Überblick
Ein wichtiger Punkt beim Camping für Anfänger ist die Kostenplanung. Camping kann ein günstiger Urlaub sein, kann aber auch ganz schön teuer werden. Die Ausgaben lassen sich grob in drei Bereiche einteilen: Ausrüstung, Stellplatzgebühren und laufende Kosten.
Die Ausrüstung macht oft den größten Posten aus, besonders wenn Du neu im Camping bist. Ein einfaches Zelt, ein Schlafsack und ein Kocher kosten Dich etwa 200 bis 300 Euro – hochwertigere Ausrüstung ist deutlich teurer. Für den ersten Versuch lohnt es sich vielleicht, Sachen zu leihen oder gebraucht zu kaufen.
Stellplatzgebühren variieren je nach Lage, Ausstattung und Saison. Einfache Zeltplätze gibt es schon ab 10 Euro pro Nacht, während Stellplätze für Wohnmobile mit Strom- und Wasseranschluss gern 50 Euro oder mehr kosten können – je nach Saison und Region.
Zu den laufenden Kosten zählen Verpflegung, An- und Abreise mit Benzin- und Mautkosten sowie eventuelle Aktivitäten vor Ort. Hier kannst Du am ehesten sparen, indem Du selbst kochst und keine zu weiten Trips planst.
Stellplätze und Co.: Wo darf ich mit dem Camper stehen?
Wenn Du mit dem Camper oder Wohnmobil unterwegs bist, stellt sich natürlich die Frage: Wo darf ich eigentlich stehen? Auch wenn du vom Sonnenuntergang am einsamen Seeufer träumst: Einfach irgendwo hinfahren und dort übernachten ist in vielen Ländern verboten – übrigens auch mit dem Zelt. Glücklicherweise gibt es viele andere Möglichkeiten, sein Camping-Nachtlager aufzuschlagen:
Campingplätze: Hier findest Du Komfort und Sicherheit, sanitäre Anlagen, Stromanschlüsse und oft auch Freizeitmöglichkeiten. Vorteil: Du hast alles, was Du brauchst. Nachteil: in der Hochsaison oft überfüllt und teuer.
Stellplätze: Einfacher ausgestattet als Campingplätze, aber dennoch eine gute Option. Vorteil: Preiswerter als Campingplätze. Nachteil: Weniger Komfort.
Raststätten: Viele Raststätten bieten spezielle Parkplätze für Wohnmobile. Vorteil: Ideal für eine kurze Pause oder eine Übernachtung auf der Durchreise. Nachteil: Oft laut und wenig idyllisch.
Parkplätze: In Deutschland ist das Übernachten am Straßenrand erlaubt, solange es der Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit dient. Campingmöbel aufstellen oder Markise ausfahren ist dabei aber ein No-Go. Vorteil: Kostenlos und flexibel. Nachteil: Kein Komfort und oft eingeschränkt.
Wildcampen: In Deutschland und vielen europäischen Ländern ist Wildcampen verboten und kann mit hohen Bußgeldern geahndet werden. Es gibt jedoch Ausnahmen, z.B. in einigen skandinavischen Ländern, wo das Jedermannsrecht gilt. Vorteil: Natur pur und Freiheit. Nachteil: Illegal und riskant.
:format(webp))
:format(webp))
Die 10 häufigsten Anfängerfehler
– und wie Du sie vermeidest
1. Zu viel Gepäck: Überlege Dir genau, was Du wirklich brauchst, denn nichts ist nerviger, als im Camper ständig alles von A nach B räumen zu müssen, um an Deinen Kram zu kommen. Nutze am besten eine Packliste.
2. Zu ambitionierte Routenplanung: Plane ausreichend Pausen ein, um nicht gestresst zu sein, und beginne mit einfachen Touren.
3. Falsche Ausrüstung: Teste Deine Ausrüstung vorab zu Hause und lass Dir notfalls die wichtigsten Handgriffe zeigen.
4. Grundausstattung vergessen: Achte darauf, dass Du alle wichtigen Dinge dabeihast. Auch eine Portion Nudeln mit Soße und Getränke für den ersten Abend sind hilfreich.
5. Falscher Führerschein: Stelle sicher, dass Du den richtigen Wohnmobil-Führerschein oder Wohnwagen-Führerschein besitzt.
6. Zu wenig Wasser und Gas: Sorge für ausreichende Vorräte, wer weiß, wo Du unterwegs Nachschub findest.
7. Zu spät buchen: Gerade in der Hochsaison kann es auf beliebten Campingplätzen eng werden.
8. Zu viel Gewicht: Klappräder und ein paar Bierkästen passen noch rein? Beachte unbedingt die erlaubte Zuladung Deines Fahrzeugs!
9. Kein passender Stellplatz: Mach Dich vorab schlau, welche Plätze für Dein Zelt oder Dein Camping-Gefährt geeignet sind.
10. Wetter missachten: Informiere Dich über Klima und Wetter in Deinem Reiseland und packe entsprechend. Regenjacke und Sonnenschutz sind das Mindeste!
How to: Wasser, Gas, Elektrik und Sanitär
Wasser: Ein Wasservorrat beim Camping ist Gold wert! Als Faustregel fürs Wohnmobil gilt: Plane etwa 20-30 Liter pro Person und Tag ein. Das Gewicht des Wassers solltest Du aber nicht unterschätzen, fülle den Tank lieber nur zur Hälfte, wenn Du viel unterwegs bist. Frischwasser nachfüllen kannst Du an jedem Camping- oder Stellplatz. Passenden Schlauch und Adapter nicht vergessen! Grauwasser, also das Abwasser aus Dusche oder Spüle, darf nur an Entsorgungsstellen auf Campingplätzen oder Tankstellen entleert werden, keinesfalls in der Natur! An der Entsorgungsstation fährst Du Dein Wohnmobil genau über die Ablass-Öffnung im Boden. Dann öffnest Du den Hahn (je nach Modell innen oder außen), und lässt das Grauwasser ablaufen.
Gas: Beim Zelten solltest Du einen ausreichenden Vorrat an Gaskartuschen für den Campingkocher mitnehmen. Beim Wohnmobil geht es vor allem um die Sicherheit: Alle Verbindungen müssen fest und die Gasflasche ordnungsgemäß befestigt sein. Vor jeder Fahrt unbedingt die Gasflasche zudrehen! In Deutschland darfst Du nicht mehr als zwei 11 kg schwere Gasflaschen an Bord haben. Falls Du im Ausland Gasflaschen nachkaufen musst, brauchst Du eventuell einen Adapter.
Elektrik: Wohnmobile haben normalerweise eine blaue CEE-Steckdose – Du brauchst also einen Adapter für die Stromversorgung auf Campingplätzen. Ein Verlängerungskabel und ein Mehrfachstecker sind nützliche Helfer, um flexibel zu sein. Trotzdem gilt: Nicht zu viele Geräte auf einmal anschließen, sonst droht ein Kurzschluss! Für unterwegs hast Du die sogenannte Freizeitbatterie, die sich automatisch bei der Fahrt auflädt. So kannst Du Deine Geräte auch ohne festen Stromanschluss aufladen.
Sanitär: Informiere Dich vor der Reise über die richtige Handhabung der Chemietoilette und die Verwendung von Zusätzen. Diese verhindern Gerüche und desinfizieren. Den Toilettentank kannst Du an den dafür vorgesehenen Entsorgungsstationen auf Campingplätzen oder Raststätten entleeren. Unsere Erfahrung: Lieber einmal öfter leeren als erst dann, wenn es schon anfängt zu müffeln!
Tipps für eine entspannte Campingreise
Nicht nur für Anfänger ist die Vorbereitung das A und O. Auch wenn Du spontan campen möchtest, ist es sinnvoll, einige grundlegende Dinge im Voraus zu klären:
Packen: Erstelle eine detaillierte Packliste und halte Dich daran. Beim Camping ist weniger oft mehr.
Stellplatzbuchung: Viele Campingplätze in beliebten Regionen oder in der Hochsaison sollten im Voraus gebucht werden. Vor allem dann, wenn Du mit einem Fahrzeug wie einem Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs bist.
Flexibilität bewahren: Auch wenn Du Deine Reise gut geplant hast, solltest Du stets offen für spontane Änderungen bleiben. Camping lebt von der Freiheit, und manchmal führen Umwege zu den schönsten Erlebnissen.
Nachbarn respektieren: Achte darauf, ruhige Stunden einzuhalten und Abfall ordnungsgemäß zu entsorgen. Und dann genieße das harmonische Zusammenleben unter freiem Himmel.
:format(webp))
:format(webp))
Camping mit Kindern
Camping mit Kindern kann unvergessliche Erinnerungen schaffen. Damit der Trip für alle Beteiligten entspannt und sicher verläuft, gibt es ein paar Basics zu beachten:
Sicherheit: Ein Erste-Hilfe-Set für kleine Verletzungen und Insektenstiche ist ein Muss. Zeige Deinen Kindern, welche Pflanzen und Tiere sie meiden sollten und sorge für ausreichend Sonnenschutz. Auslands-Krankenversicherung nicht vergessen!
Campingplatz: Achte auf kinderfreundliche Sanitäranlagen, einen Spielplatz und bestenfalls ein flaches Gelände ohne Gefahrenstellen. Ein Pool oder See sorgt für zusätzlichen Spaß.
Beschäftigung: Spielzeug, Bücher und Malstifte für Regentage können gefühlt Leben retten. Auch aufblasbare Bälle oder Luftballons nehmen wenig Platz weg. Bei schönem Wetter sind Aktivitäten wie Wandern, Radfahren oder eine Schatzsuche ideal.
Bekleidung: Denke an ausreichend Kleidung für jedes Wetter, inklusive Regensachen und Gummistiefel. Auch Mütze und Sonnenhut dürfen nicht fehlen.
Organisation: Hängeregale und Stapelkisten sorgen für schnellen Zugriff auf Spiele und Co. Ein (faltbarer) Bollerwagen erleichtert den Transport von Gepäck und müden Kindern.
Lohnende Apps für Camping-Anfänger
Campingplatz-Finder: Campsy, Camperguru oder Park4Night helfen Dir, die besten Plätze zu finden.
Wetter-Apps: Informiere Dich über das Wetter, um entsprechend vorbereitet zu sein.
Navi-Apps: Nutze Navi-Apps wie Google Maps oder Waze, um die beste Route zu planen.
👉 Tipp: Lies hier mehr über weitere tolle Camping-Apps
Fazit: Dein Campingurlaub für Anfänger
Camping für Anfänger muss keine Herausforderung sein. Mit der richtigen Vorbereitung, der passenden Ausrüstung und einer guten Planung kannst Du die Freiheit der Natur in vollen Zügen genießen. Und wer weiß? Vielleicht wird das Campen bald zu Deiner Lieblingsurlaubsart.
:format(webp))