Ein Segelboot auf ruhigem Wasser nahe einem historischen Steinturm und Gebäuden an einer felsigen Küste unter klarem blauem Himmel.

Bretagne: Mit dem Wohnmobil abseits der Touristenpfade

Die Bretagne mit dem Wohnmobil zu erkunden, ist ein Reiseabenteuer, das Dich nicht nur geografisch, sondern auch emotional bewegt. Hier im äußersten Westen Frankreichs, wo Wind und Wellen auf uralte Mythen treffen, tauchst Du mit Deinem Camper in eine Welt voller Geschichte, rauer Schönheit und echter Gastfreundschaft ein. Dieser Ratgeber nimmt Dich mit in die Bretagne, zeigt Dir verborgene Highlights und gibt Dir Tipps, wie Du Normandie und Bretagne clever kombinierst – samt bester Reisezeit für unvergessliche Momente.

Bretagne mit dem Wohnmobil: Kurz & knapp

Region: Nordwestfrankreich – rau, romantisch, wild

Ideal für: Freiheitsliebende, Naturliebhaber, Kulturinteressierte, Kulinarik-Fans

Reisedauer: 2 bis 3 Wochen mit dem Camper sind ideal

Highlights: Cap Sizun, Crozon, Carnac, Saint-Malo, Île de Bréhat, Côte de Granit Rose

Beste Reisezeit: Mai bis Juni und September – mildes Klima, weniger Trubel

Wohnmobil-Tipps: Viele kostenlose Stellplätze, kaum Maut, gute Infrastruktur

In die Bretagne: entspannt starten, entspannt reisen

Wenn Du aus Deutschland startest, bietet sich die Route über Belgien und Nordfrankreich an. Besonders reizvoll ist die Fahrt durch die Normandie. Warum? Weil diese Region nicht nur geschichtlich spannend ist, sondern auch landschaftlich ein echtes Warm-up für die Bretagne bietet. Der Mont-Saint-Michel dient dabei quasi als Tor zu der wilden, ungezähmten Küstenlandschaft.

Anreisetipps mit dem Wohnmobil in die Bretagne:

Route über Rouen und Rennes: Mautstraßen vermeiden oder clever kombinieren

Übernachten: Nutze offizielle Stellplätze, Wildcampen ist in Frankreich verboten und kann empfindlich teuer werden

Zwischenstopp-Tipp: Caen oder Honfleur – perfekt für einen Stopover mit Meerblick

Wohnmobil-Geheimtipps in der Bretagne: Dein Roadtrip für die Seele

Hier kommt unsere handverlesene Auswahl an Orten, die abseits der üblichen Touristenrouten liegen und Deine Reise mit dem Wohnmobil durch die Bretagne zu etwas Besonderem machen:

Cap Sizun & Pointe de Brézelle: Das „wilde Ende“ genießen

Fernab vom Touri-Trubel an der Pointe du Raz wartet die kleinere Schwester: die Pointe de Brézellec. Sie liegt dramatisch auf den Klippen, umgeben von grüner Weite und Stille. Zahlreiche Stellplätze in der Umgebung sind idyllisch, unkompliziert und meist kostenfrei. Perfekt für alle, die Meeresrauschen zum Einschlafen lieben.

Locronan: Mittelalterliches Flair in Slow Motion

Locronan verzaubert mit seinen perfekt erhaltenen Granithäusern und einer Atmosphäre, die an alte Zeiten erinnert. Am besten kommst Du abends an, wenn die Tagestouristen weg sind. Der Wohnmobilstellplatz in Locronan ist ruhig, günstig und bietet einen Traumblick auf die umliegenden Hügel.

Presqu’île de Crozon: Naturcamping vom Feinsten

Diese Halbinsel ist ein Must-see für Wanderlustige und Freigeister. Von wilden Steilküsten bis zu versteckten Buchten wie der Plage de l’Île Vierge – hier pulsiert die Natur. Unser Tipp: Naturcamping direkt auf den Klippen, zum Beispiel am Camping Goulien. Kein Luxus, aber pure Bretagne.

Forêt de Brocéliande: Wo Merlin seine Spuren hinterließ

Du magst es magisch? Dann rein in den mystischen Wald, der als Heimat des Zauberers Merlin gilt. Die Legende lebt hier an jeder Weggabelung. Stellplätze gibt’s auf kleinen Bauernhöfen oder bei lokalen Gastgebern, charmant, einfach, echt.

Saint-Suliac: Das Dorf, das man im Herzen behält

Direkt an der Rance gelegen, ist dieses winzige Fischerdorf ein Ort zum Verlieben. Wenige Touristen, viel Authentizität. Der kostenlose Stellplatz auf dem Hügel bietet tolle Ausblicke.

Must-Sees in der Bretagne

· Pointe de Pen-Hir auf der Halbinsel Crozon: dramatische Klippen & Weitblick

· Carnac mit seinen mystischen Megalithfeldern: Stonehenge auf Französisch

· Île de Bréhat: autofreies Inselparadies mit dem Fahrrad erkunden

· Saint-Malo & Smaragdküste: Korsarenstadt mit Stadtmauer und türkisblaue Strände

· Quimper: Fachwerk, Crêpes und bretonisches Kunsthandwerk

· Vannes & Golf von Morbihan: bezaubernde Altstadt, geschützte Bucht mit Inseln

· Cancale: Austernhauptstadt Frankreichs mit tollem Blick auf den Mont-Saint-Michel

Steinkreis, umgeben von leuchtend gelben Ginsterblüten unter blauem Himmel.
Geöffnete Austern auf Eis mit Zitronen und Holzkisten im Hintergrund – eine Präsentation frischer Meeresfrüchte.

Unternehmungstipps für Aktivurlauber

· Wandern auf dem GR34: Der berühmte Zöllnerpfad führt entlang der gesamten Küste – spektakulär vor allem entlang der Rosa Granitküste bei Ploumanac'h

· Kajak-Ausflüge an der Côte de Granit Rose: Die berühmte Granitküste lockt mit klaren Buchten und imposanten Felsformationen

· Fahrradtouren: Besonders lohnenswert: Die Route La Littorale entlang der bretonischen Küste

· Surfen in La Torche: Ein Hotspot für Wellenfans

· Reiten am Strand bei Pouldreuzic: Natur pur auf Camarque-Pferden

· Leuchtturm-Touren: z. B. zum Phare du Petit Minou bei Brest oder zum Phare de Saint-Mathieu

Praktische Tipps für unterwegs & vor Ort

· Stellplatzsuche: Park4Night, Campercontact und France Passion sind Deine besten Freunde, denn in der Bretagne gibt es zahllose tolle Stellplätze – viele sogar kostenlos!

· Maut: Auf der Anfahrt durch Frankreich fällt auf den Autobahnen Maut an, doch die Bretagne selbst ist fast komplett mautfrei

· Kulinarik: Crèpes, Buchweizen-Galettes, Fischsuppe, Cidre und Butter (!) sind die Spezialitäten der Region

· Einkaufen: Lokale Märkte (marchés) sind Pflicht! Frisches Gemüse, Käse, Meeresfrüchte

· Wasser & Grauwasser: Fast jedes Dorf hat kostenlose Versorgungspunkte

· Internet & Strom: Viele Plätze bieten gratis WLAN – ansonsten hilft eine lokale SIM-Karte

Normandie und Bretagne: Zwei Regionen – eine Reise voller Kontraste

Du überlegst, ob Normandie oder Bretagne die bessere Wahl ist? Warum entscheiden, wenn Du beides haben kannst? Die Normandie begeistert mit Historie, Apfelblüten und imposanten Kreideklippen, während die Bretagne mit rauer Küste, keltischem Erbe und kulinarischen Schätzen punktet. Eine ideale Kombi: Starte in Étretat, weiter über Bayeux, dann Richtung Saint-Malo – und voilà: Du bist mittendrin in der Bretagne.

Luftaufnahme der weißen Kreidefelsen und des natürlichen Felsbogens von Étretat, Frankreich, bei Sonnenuntergang über dem ruhigen Meer.
Möwe auf einer Steinmauer mit einer historischen Festung und einem Sandstrand im Hintergrund unter blauem Himmel.

Die Beste Reisezeit für die Bretagne mit dem Wohnmobil

Zwischen Mai und Juni sowie im September zeigt sich die Bretagne von ihrer besten Seite: mildes Wetter, blühende Natur und (noch) freie Campingplätze. Die Hochsaison im Juli und August bringt Sonne, aber auch volle Strände und Städte. Für Ruhe und authentische Begegnungen ist die Nebensaison daher ideal. Tipp für wetterfeste Camper: Auch der Oktober hat mit seiner Melancholie und goldenem Licht seinen ganz eigenen Reiz.

Die Bretagne: Eine Gegend, um wiederzukommen

Die Bretagne mit dem Wohnmobil zu bereisen, ist mehr als ein Urlaub. Es ist ein Gefühl von Verbundenheit, Natur, Freiheit und vielleicht sogar ein bisschen Magie. Lass Dich treiben, entdecke Deine eigenen Lieblingsplätze – und fahre nicht nur durch die Bretagne, sondern lebe sie und lass Dir Zeit.

Denn wenn wir ehrlich sind: Wer einmal am Feuer auf einem bretonischen Bauernhof gesessen, frisches Baguette mit Salzbutter gegessen und dem Wind bei seiner Arbeit gelauscht hat, der wird immer wieder an diesen wunderbaren Flecken Erde zurückkehren. Wetten?