Der erste Roadtrip des Jahres steht an. Du hast alles geplant, das Wohnmobil ist reisefertig. Doch dann fragst Du Dich: „Wie viel können wir eigentlich mitnehmen, ohne zu viel zu laden?“ Wichtige Frage! Denn die Zuladung beim Wohnmobil sollte man ernst nehmen. Zu viel Wohnmobil-Gewicht bedeutet nicht nur ein Risiko für Deine Sicherheit, sondern kann auch richtig teuer werden.
Lies hier, was zur Zuladung zählt, wie Du das Gewicht richtig berechnest und wie Du mit ein paar einfachen Tricks Kilos sparst. Klingt gut? Dann los!
Was bedeutet Zuladung bei Wohnmobil, Campingbus und Co.?
Stell Dir vor, Dein Wohnmobil ist ein großer Rucksack auf Rädern. Alles, was Du hineinpackst, zählt zur Zuladung. Dazu gehört nicht nur das Offensichtliche wie Koffer, Campingstühle oder das Lieblings-Kochgeschirr. Auch Du und Deine Mitreisenden, das Wasser im Tank, die Gasflaschen und das Essen im Kühlschrank zählen dazu.
Auf Behördendeutsch: Die Zuladung ist die Differenz zwischen dem zulässigen Gesamtgewicht (also dem, was Dein Wohnmobil maximal wiegen darf) und dem tatsächlichen Leergewicht. Und diese Differenz ist oft kleiner, als man denkt. Gerade bei Wohnmobilen mit einem zulässigen Gewicht bis 3,5 Tonnen kann es schnell knapp werden.
Warum das zulässige Gesamtgewicht so wichtig ist
Das zulässige Gesamtgewicht (zGG) ist die absolute Obergrenze dessen, was Dein Wohnmobil inklusive aller Insassen, Flüssigkeiten, Ausstattung und Ladung wiegen darf. Diese Grenze ist gesetzlich festgelegt und steht im Fahrzeugschein unter Punkt F.1. Klingt simpel, führt aber oft zu Problemen. Denn viele Wohnmobile sind schon mit serienmäßiger Ausstattung und vollen Tanks nah an der 3,5-Tonnen-Grenze – für Zuladung wie Fahrräder, Kinder, Proviant und Co. ist dann nur wenig Spielraum.
Das Tückische daran: Die Einhaltung des zGG wird bei Kontrollen – gerade im Ausland – strikt überprüft. Wer zu schwer unterwegs ist, muss spontan umladen, zahlt hohe Bußgelder oder darf schlichtweg nicht weiterfahren. Und auch im Falle eines Unfalls kann Deine Versicherung bei Überladung die Schadensregulierung einschränken oder ganz verweigern.
Sieh das zulässige Gesamtgewicht also nicht als grobe Orientierung, sondern als feste Grenze. Und plane bei der Zuladung von Anfang an mit Puffer.
Wie viel wiegt ein Wohnmobil durchschnittlich?
Damit Du die Zuladung berechnen kannst, musst Du erst einmal wissen, was Dein Wohnmobil für ein Gewicht auf die Waage bringt. Das ist natürlich je nach Modell verschieden, aber hier ein paar grobe Hausnummern:
· Kastenwagen / Campingbus: 2.800 bis 3.300 kg (leer)
· Teilintegrierte Wohnmobile: 3.000 bis 3.500 kg (leer)
· Vollintegrierte Mobile / Liner: 3.500 bis über 5.000 kg (leer)
Wenn Du mit einem Fahrzeug unterwegs bist, das bis 3,5 Tonnen zugelassen ist, solltest Du besonders gut rechnen bzw. wiegen. Denn ab dieser Grenze gelten andere Regeln beim Führerschein, bei der Maut und bei der Höchstgeschwindigkeit. Gleichzeitig schrumpft der Puffer für Dein Gepäck und Co.
So berechnest Du die Zuladung beim Wohnmobil
Wie lässt sich also die Zuladung beim Wohnmobil berechnen? Ganz einfach:
Zulässiges Gesamtgewicht minus Leergewicht = Zuladung
Eine Beispielrechnung:
Zulässiges Gesamtgewicht 3.500 kg – Leergewicht laut Fahrzeugschein: 3.000 kg = 500 kg Zuladung
Aber Achtung: Das Leergewicht ist oft ein theoretischer Wert, denn Sonderausstattungen wie Markise, Fahrradträger, Solaranlage oder zweite Bordbatterie sind meist nicht enthalten. In der Realität bleibt oft deutlich weniger übrig.
Unser Tipp: Verlass Dich nicht auf Zahlen auf irgendwelchen Papieren, sondern fahr besser einmal zur Fahrzeugwaage – vollgetankt, mit Wasser, Gas, Gepäck und allen Mitreisenden. Nur so bekommst Du ein realistisches Bild und weißt, was wirklich noch mit auf die Reise darf.
Wie viel Zuladung brauchst Du für 2 oder 4 Personen?
Jede Reisegemeinschaft ist verschieden, und das gilt auch fürs Gepäck. Die einen kommen mit Zahnbürste und einer Hose zwei Wochen aus, die anderen brauchen Schminkköfferchen, zehn Brettspiele, Hängematte und Motorroller zum Wohlfühlen. Wie viel Zuladung Du brauchst, ist also höchst individuell, aber über den Daumen gepeilt kannst Du mit folgenden Zahlen rechnen:
2 Personen kommen mit rund 300 kg Zuladung meist hin, vorausgesetzt, man reist eher minimalistisch.
4 Personen brauchen mindestens 500 kg, um nicht bei jedem T-Shirt abwägen zu müssen.
Was zählt alles zur Zuladung? Achtung Gewichtsfallen!
Jetzt geht es ans Addieren: Ein Liter Wasser wiegt 1 kg. Eine gefüllte Gasflasche bringt locker 13 bis 15 kg auf die Waage. Eine Markise schlägt mit rund 30 kg zu Buche. Fahrräder inklusive Träger? Noch mal rund 50 kg obendrauf. Es summiert sich schneller, als einem lieb ist. Am besten überschlägst Du also schon vor dem Kauf eines Wohnmobils ein paar Zahlen, damit Du keine böse Überraschung erlebst.
Eine Liste der klassischen „Gewichtsprotze“:
· Mitreisende (je nach Person 60–90 kg)
· Frisch- und Abwasser (1 Liter = 1 kg)
· Gasflaschen (rund 15 kg pro Stück)
· Fahrräder + Träger
· Markise, SAT-Anlage, Wechselrichter
· Lebensmittel, Getränke, Konserven
· Kleidung, Schuhe, Bettzeug
· Outdoor-Zubehör: Tisch, Stühle, Grill
· Werkzeug, Auffahrkeile, Kabeltrommel
Wichtig: Auch wenn Du beim Zusammenzählen unterhalb des zulässigen Gesamtgewichts bleibst, solltest Du darauf achten, dass die Achslast (Fahrzeugschein, Punkt 8) nicht überschritten wird. Gewicht gut und sinnvoll verteilen!
Wie kann ich beim Wohnmobil Gewicht reduzieren?
1. Wasser nicht komplett auffüllen: Fülle nur so viel Frischwasser auf, wie Du bis zur nächsten Versorgungsstelle brauchst. So sparst Du locker 50 bis 100 kg.
2. Auf Leichtbau setzen: Alu-Möbel, faltbare Campingmöbel, leichte Aufbewahrungsboxen statt massiver Kisten. Das alles macht einen Unterschied.
3. Vorräte reduzieren: Kauf regional ein! Das ist nicht nur nachhaltiger, sondern spart Dir auch ordentlich Gewicht im Kofferraum.
4. Technik hinterfragen: SAT-Anlage, Wechselrichter, zweite Batterie – alles schön zu haben, aber brauchst Du es wirklich auf jedem Trip?
5. Gas statt Strom: Ein Gas-Kühlschrank kann Strombedarf und Zusatzbatterien überflüssig machen.
6. Packliste anpassen: Erstell Dir eine Packliste und wieg einzelne Dinge im Vorfeld ab. Viele kleine Gewichte läppern sich.
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Was passiert, wenn Dein Wohnmobil überladen ist?
Die Überladung eines Wohnmobils kann richtig ins Geld gehen – und schlimmer noch: Deine Versicherung kann im Schadensfall die Zahlung verweigern.
In Deutschland gilt:
• Überladung bis 5 %: Verwarnungsgeld
• Über 10 %: Bußgeld + Punkt(e)
• Über 20 %: Fahrverbot möglich
Im Ausland kann es noch teurer werden. Besonders in der Schweiz, in Österreich oder in Italien wird hart durchgegriffen.
Mehr Details findest Du in unserem Beitrag zur Wohnmobil Überladung.
Lieber leicht und sicher reisen
Die Zuladung beim Wohnmobil ist mehr als nur eine Zahl im Fahrzeugschein. Sie entscheidet darüber, wie sicher und entspannt Du unterwegs bist. Wenn Du das Gewicht Deines Wohnmobils und damit die Zuladungsgrenzen kennst, realistisch planst und gezielt packst, kannst Du Deine Reise voll auskosten, ohne Stress, ohne Reue.
Und mal ehrlich: Wer braucht schon das halbe Haus auf Rädern? Mit einem durchdachten Packkonzept, ein bisschen Disziplin und dem richtigen Gespür fürs Wesentliche wird Dein Wohnmobil nicht nur leichter, sondern bietet auch mehr Raum für Entspannung.
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